
Donnerstag, 3. September 2026
Inflation steigt deutlich – kommt jetzt die Zinswende?
Die Inflation in der Schweiz ist im August stärker gestiegen als erwartet. Das sorgte auch am Kapitalmarkt für Bewegung. Doch bedeutet die höhere Teuerung bereits eine Wende bei den Hypothekarzinsen?
Die Teuerung in der Schweiz hat im August deutlich angezogen: Die Jahresinflation stieg von 0,4 % im Juli auf 0,8 %. Damit liegt sie so hoch wie seit August 2024 nicht mehr. Auch die Kerninflation erhöhte sich leicht von 0,3 % auf 0,4 %. Preistreibend wirkten unter anderem höhere Wohnungsmieten sowie gestiegene Preise für Treibstoffe, Heizöl und stationäre Spitalleistungen.
Trotz des Anstiegs bleibt die Inflation damit weiterhin innerhalb des von der Schweizerischen Nationalbank definierten Bereichs der Preisstabilität von 0 bis 2 %. Von einer eigentlichen Inflationswelle kann deshalb noch nicht gesprochen werden.
Am Kapitalmarkt zeigte sich dennoch eine Reaktion: Die langfristigen Zinsen sind im August um etwas mehr als 10 Basispunkte gestiegen. Das wirft die Frage auf, ob sich damit eine Trendwende bei den Finanzierungskosten ankündigt oder ob es sich lediglich um eine kurzfristige Bewegung handelt.
Für gemeinnützige Wohnbauträger ist deshalb weniger entscheidend, wo die Zinsen aktuell stehen. Viel wichtiger ist die Frage, wie gut die eigene Finanzierungsstruktur auf unterschiedliche Marktentwicklungen vorbereitet ist. Wer Laufzeiten, Zinsbindungen und Refinanzierungszeitpunkte vorausschauend plant, kann auch in einem bewegten Zinsumfeld Handlungsspielraum bewahren.